Gestalttherapie

Die Gestalttherapie gehört zu den humanistischen, tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapiemethoden und wurde in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts von Fritz und Laura Perls (deutschen Psychoanalytikern) sowie Paul Goodman (US-amerikanischer Soziologe) vornehmlich in den USA entwickelt. Sie ist weltweit verbreitet und wird im psychotherapeutischen Bereich mit gutem Erfolg sowohl in Privatpraxen als auch im klinischen Bereich eingesetzt. 

Die Gestalttherapie sieht den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist. Daher liegt der Fokus der therapeutischen Arbeit nicht nur auf therapeutischen Gesprächen, sondern vor allem auch auf der Wahrnehmung und Äußerung von Gefühlen, Bedürfnissen und Körperempfindungen. Um diese Empfindungen ins Gewahrsein zu holen (und anschließend andere Menschen damit konfrontieren zu können), werden Achtsamkeitsübungen, körperorientierte Interventionen, Rollenspiele, innere Dialoge, Dialoge mit abwesenden Personen und auch mal kreative Ausdrucksmittel wie Papier und Farbe eingesetzt. Der Fokus der gestalttherapeutischen Arbeit liegt dabei vor allem im Hier-und-Jetzt und auf der zwischenmenschlichen Beziehung. 

Der Gestalttherapeut begegnet dem Menschen vor allem als Begleiter und Unterstützer, nicht als besserwissender Experte. Gestalttherapeuten sehen den jeweiligen Klienten als bestmöglichen Experten für sich selbst. Daher respektieren sie die Vielseitigkeit der Klienten und deren Vorstellungen von für sie passenden Lösungen.

Meine Erfahrungen

Im Jahr 2011 bin ich als Teilnehmer einer Selbsterfahrungsgruppe erstmals in Kontakt mit der Gestalttherapie gekommen. Es folgten mehrere Jahre Einzeltherapie, Gruppentherapie, Supervision und meine Weiterbildung als Gestalttherapeut. 
Ich kann heute ohne Untertreibung sagen, dass ich ohne die gestalttherapeutische Arbeit und die Begleitung vieler lieber aber auch immer wieder sehr kritischer und ehrlicher Menschen nicht der Mensch geworden wäre, der ich heute bin. 
Die gestalttherapeutische Arbeit hat mich meinen eigenen Gefühlen näher gebracht und mir dabei geholfen, diese Gefühle auf konstruktivere Weise zu äußern, als ich das vorher getan habe. Auch kann ich durch den im Therapieprozess immer wieder erlebten Kontakt zu anderen Menschen heute meine mir unangenehmen Persönlichkeitsanteile besser erkennen und Verantwortung für sie übernehmen. So konnte ich in den letzten Jahren vor allem eins gewinnen: mehr Handlungsfreiheit und mehr Lebenslust.